Shaykh ibn Qudamah al Maqdisi

Shaykh ibn Qudamah al Maqdisi

 

Seine Abstammung

Er war Abu Muhammad, Abdullah Ibn Ahmad Ibn Muhammad Ibn Qudamah Ibn Miqdam Ibn Nasr Ibn Abdillah Ibn Hudhayfah Ibn Muhammad Ibn Ya’qub Ibn al-Qasim Ibn Ibrahim Ibn Isma’il Ibn Yahya Ibn Muhammad Ibn Salim Ibn Abdillah Ibn ‘Umar Ibn al-Khattab (radiAllahu anhu).
Al-Quraischi; al-Maqdisi; al-Jamma’ili, dann ad-Dimaschqi; as-Salihi; al-Hanbali, Muwaffaqud-Din.

Al-Quraischi: In Zuschreibung zu dem Stamm der Quraisch, da er von ‘Umar radiAllahu anhu abstammt, welcher Adawi war (vom Unterstamm der Banu Adiyy, welche zu den Quraisch gehörten).

Al-Maqdisi: In Zuschreibung seiner Familie zu Baytul Maqdis (Jerusalem), weil sie ganz in der Nähe wohnten.

Al-Jama’ili: In Zuschreibung zu dem Dorf Jamma’il, wo er geboren wurde; und es ist ein Dorf auf den Hügeln von Nablus – eine Stadt etwa 40 Meilen nördlich von Jerusalem im heutigen besetzten Palästina.

Ad-Dimaschqi: In Zuschreibung zu Damaskus (Syrien), wo seine Familie hin migrierte, wo er die meiste Zeit seines Lebens lebte und auch starb.

As-Salihi: In Zuschreibung zur Moschee der Salihiyyah. Sein Bruder Schaikh Abu ‘Umar sagte: „Sie schreiben uns den as-Salihiyyah zu, weil wir uns an der Moschee von Abu Salih niederließen, nicht weil wir rechtschaffene Menschen waren (Salihin).“ (Und dies ist von der Frömmigkeit, da sie tatsächlich eine Familie der Rechtschaffenheit und Bereinigung waren).

Al-Hanbali: In Zuschreibung zur Hanbali-madhhab, die er lernte und in deren Madhhab er ein Experte war: er lernte sie und war ein Experte in den Prinzipien und Einzelheiten des Fiqh, dem die Studenten von Imam Ibn Hanbal folgten. (Und er war kein blinder Befolger).

Muwaffaqud-Din: ein geehrter Titel, welcher bedeutet: „ein Rechtgeleiteter, dem die Errungenschaft der Korrektheit in der Religion erteilt wurde.“

Seine Geburt:

Er wurde im Monat Sha’ban, im Jahr 541 n.H. in der Stadt Jamma’il geboren.

Seine Familie:

Er kam aus einer Familie, welche edel in ihrer Abstammung, ihrem Wissen und ihrer Frömmigkeit waren.

Sein Vater

Ahmad Ibn Muhammad Ibn Qudamah wurde im Jahre 491 n.H. geboren und starb 558 n.H. Er war einer der rechtschaffenen Gelehrten; berühmt für Wissen, Zuhd (Verzicht auf weltliche Freuden, um die Nähe Allahs zu gewinnen) und Anbetung. Er war der Khatib der Moschee in Jamma’il. Er erzog seine Kinder und lehrte sie den Qur’an, Hadith und korrekte Manieren.
Er starb, als Muwaffaqud-Din 17 Jahre alt war, sodass sein älterer Sohn Muhammad Ibn Ahmad, welcher bekannt war als Abu ‘Umar, mit seiner Erziehung und Bildung fortfuhr.

Seine ersten Jahre und sein `nach Wissen streben` und seine Reisen, um nach Wissen zu streben

Während der ersten 10 Jahre seines Lebens blieb er mit seiner Familie in Palästina und fing mit dem Auswendiglernen des Qur’an an. Dann im Jahre 551 n.H. vollzog sein Vater die Hijrah mit seiner Familie, um vor den eindringenden Christen zu fliehen und er migrierte nach Damaskus. In Damaskus vervollständigte er das Auswendiglernen des Qur’an und lernte eine große Anzahl an Ahadith auswendig. Dann lernte er `Mukhtasar al-Khiraqi` im Fiqh von Imam Ahmad auswendig. (Später im Leben schrieb er eine Erklärung davon in 9 Bänden, genannt ‚al-Mughni‘). Er blieb 10 Jahre in Damaskus. Im Alter von 20 Jahren begann er seine Reisen, auf der Suche nach Wissen.
561 n.H.: Er reiste zur Hauptstadt des Wissens und der Gelehrten zu der Zeit: Bagdad. Er wurde von seinem Cousin mütterlicherseits al-Hafiz Abdul-Ghani al-Maqdisi begleitet; Er neigte zum Studium des Fiqh, wohingegen sein Cousin dem Studium des Hadith zugeneigt war, jedoch begleiteten sie sich zu den Unterrichten und eigneten sich beide an.

Dort studierte er bei vielen der Gelehrten, unter ihnen Schaikh Abdul Qadir al-Jilani (gest. 561 n.H.), Ibnul Batti und Ibnul Manniy. Er blieb vier Jahre lang in Bagdad. Er studierte `Mukhtasar al-Khiraqi` bei Abdul-Qadir al-Jilany und 50 Tage nach seiner Ankunft starb dieser. Dann studierten sie bei Ibnul Jauzi; danach bleib er bei Ibnul Manniy und lernte Fiqh der hanbalitischen Madhhab bei ihm, sowie seine Prinzipien und die verschiedenen Aussagen der Gelehrten, wobei er sich darin auszeichnete. Dann kehrte er nach Damaskus zurück.

–    Im Jahre 567 n.H. reiste er wieder nach Bagdad, um dort ein Jahr zu leben.
–    Im Jahre 573 n.H. reiste er nach Makkah um die Hajj zu vollziehen und traf dort die Leute des Wissens; unter ihnen al-Mubarak Ibn at-Tabbakh. Nachdem er die Hajj 574 n.H. verrichtet hatte
–    Reiste er von dort nach Bagdad, wo er sich wieder ein Jahr aufhielt.
–    Von Bagdad kehrte er zurück nach Damaskus, wo er damit begann, an verschiedenen Zweigen des Wissens zu arbeiten und zu schreiben, wovon das berühmteste seiner Werke ‚al-Mughni‘ war.

Seine Gelehrten

Unter seinen Gelehrten waren folgende mit eingeschlossen:
1.    Sein Vater Ahmad Ibn Qudamah al-Maqdisi (491-558 H)
2.    Sein älterer Bruder Abu ‘Umar Muhammad Ibn Ahmad Ibn Qudamah al-Maqdisi (528 – 564 H)
3.    Schaikh Abdul Qadir al-Jilany (471 – 561 H)
4.    Abul Fath Ibnul Batti (477 – 564 H)
5.    Abul Fath Nasr Ibn Fityan Ibn Matr Ibnul-Manni (501 – 583H)
6.    Fakhrun-Nisa. Shuhdah, die Tochter von dem Muhaddith Abu Nasr Ahmad Ibn al-Faraj Ad-Dinawari (480 – 574 H),
Schaikh Badr Ibn Abdillah al-Badr – hafidhahullah, in seiner Einleitung bei der Überprüfung von Ibn Qudamahs Buch ‘Ithbat Sifatil-`Uluww’ zählt er eine Liste von 67 seiner Schujukh  auf und sagt dann: „Und viele andere neben ihnen.“

Seine Studenten

Unter ihnen waren:

1.    Al-Baha-ul-Maqdisi (gest. 624 H), welcher ‘al-`Uddah Sharh al-`Umdah’ schrieb
2.    Diya ud-Din al-Maqdisi (gest. 643 H)
3.    Der Sohn seines Bruders: Shamsuddin Ibn Qudamah (gest. 682 H)
4.    Al-Hafith al-Mundhiri (d. 656H), welcher viele Werke schrieb, u.a.  ‘Mukhtasar Sahih Muslim’, ‘Mukhtasar Sunan Abi Dawud’, at-Targhib wat-Tarhib’… Shaikh Badrul-Badr zählt die Namen von 44  seiner Studenten auf und sagt dann: “Und viele andere.”

Seine physische Beschreibung und Charaktereigenschaften

Sein Student ad-Diya al-Maqdisi sagte: „Er hatte eine große Höhe, war weiß, mit einem leuchtenden Gesiecht, große ausgeprägte Augen; er war so gutaussehend,  dass es einem vorkam, als ob sein Gesicht Licht abgab; er hatte eine breite Stirn und einen langen Bart; eine gerade Nase und seine Augenbrauen berührten sich. Er hatte einen kleinen Kopf, schlanke Arme und Beine und einen dünnen Körper, und ein ausgebildetes Urteilsvermögen. Er war außerordentlich intelligent und hatte feine Manieren …“

Ibnul-Najjar sagte: „Al-Muwaffaq war der Imam der Hanbaliten in der Haupt-Gemeinschafts-Moschee von Damaskus. Er war vollkommen vertrauenswürdig; ein Beweis (im Berichten), edel. Er hatte viele Tugenden; und er hielt sich von allem Ungebührlichen fern; er war fromm, ein Anbeter (Allahs). Er war auf dem Weg der Salaf. Licht und Würde konnten an ihm gesehen werden. Ein Mensch konnte allein vom Ansehen Vorteile aus ihm  ziehen, sogar bevor er überhaupt seine Rede gehört hatte.

Ibn Kathir sagte: „Er verrichtete freiwillige Gebete zwischen den zwei Nachtgebeten in der Nähe seines Gebetsortes. Wenn er dann das Ischagebet verrichtet hatte, ging er zu seinem Haus in der ad-Duwalla’i-Straße am Fuße des Flusses. Unterwegs lud er diejenigen von den Armen und Bedürftigen auf, welche er konnte und sie aßen dann bei ihm. Sein Haupthaus war in Qasiyun …“

Ad-Diya sagte: „Er hatte feine Manieren: Er wurde fast nie gesehen, ohne dass er lächelte: er erzählte Anekdoten und Witze. Ich hörte al-Baha sagen: „Wenn die Leute mit ihm lasen, machte er Witze mit uns und verbreitete eine lustige und entspannte Atmosphäre. Einmal beschwerten sie sich bei ihm über einige Kinder, welche mit ihm studierten, sodass er antwortete: „sie sind Kinder. Sie brauchen irgendein Spiel und ihr wart einmal genau wie sie.“

Al-Baha beschrieb ihn als mutig und sagte: „Er ging gewöhnlich nach vorne zum Feind und er wurde an seiner Hand verwundet; und er nahm teil, wenn die Armee und der Feind sich gegenseitig beschossen.“

Ad-Diya sagte: „Er betete mit Khushu‘ (mit Demut und Konzentration). Er betete fast nie das Sunnahgebet vor dem Fadschr und nach dem Ischa, außer dass er es in seinem Haus verrichtete. Und zwischen den zwei Nachtgebeten betete er vier Rakah, in denen er (die Quransuren) As-Sajdah, Yasin, Ad-Dukhan und Tabarak rezitierte. Er hat sie fast nie ausgelassen. Er stand gewöhnlich im letzten Drittel der Nacht im Gebet, während er dabei 1/7 des Qur’an rezitierte. Manchmal erhob er seine Stimme und er hatte eine schöne Stimme.“

Das Lob der Gelehrten über ihn

Abu Amr Ibn As-Salah sagte: “Ich habe niemanden wie al-Muwaffaq gesehen.“

Abu Bakr Ibn Ghanimah – der Mufti von Bagdad –  sagte: „Ich kenne niemanden in unserer Zeit, der den Grad des Ijtihad erreicht hat, mit Ausnahme von al-Muwaffaq.“

Sibt Ibn al-Jawzi sagte: „Er war ein Imam auf vielen Gebieten. Nach seinem Bruder Abu ‘Umar und al-Imad, gab es niemanden in seiner Zeit, welcher größeres Zuhd oder Frömmigkeit besaß als er. Er besaß sehr viel Haya (Schamgefühl) und er blieb mit dieser Welt und seinen Menschen auf Distanz. Er war umgänglich und milde, bescheiden und liebte die Armen. Er hatte feine Manieren, war großzügig und gebend, wer immer ihn sah, meinte, er würde einen der Gefährten des Propheten (sallAllahu alaihi wassallam) sehen; und es war, als ob ein Licht von seinem Gesicht ausging. Und er war fleißig in der ‚Ibadah.“

Schaikhul Islam Ibn Taymiyyah sagte: „Nach al-Awza’i betrat niemand den Sham, welcher mehr Wissen im Fiqh und im Verständnis der Religion hatte, als al-Muwaffaq.“

Ad-Diya al-Maqdisi sagte: „Er war ein Imam in Bezug auf den Qur’an und seine Erklärungen; ein Imam im Wissensgebiet des Hadith und seiner Problematik; ein Imam im Fiqh –  tatsächlich der hervorstechendste Gelehrte dieser Zeit darin; ein Imam im Wissen über die Uneinigkeiten der Gelehrten; der hervorstechendste Gelehrte dieser Zeit im Erbschaftsgesetz; ein Imam in Usul Fiqh (Grundlagen der Rechtslehre); ein Imam in der arabischen Grammatik, ein Imam in Mathematik; ein Imam in den Bewegungen und Positionen der Sterne und Planeten.“

Ibn Rajab al-Hanbali sagte: „Der Faqih, der Zahid, der Imam. Schaikh des Islam. Der einzige außergewöhnliche Gelehrte.“

Al-Hafith Ibn Kathir sagte: „Schaikhul Islam. Ein Imam. Ein hervorragender Gelehrter. Es gab niemanden in seiner Zeit, auch lange Zeit vor ihm nicht, welcher mehr Wissen im Fiqh hatte als er.“

Ibn Rajab sagte: „Er folgte streng den Texten in Angelegenheiten des Usul (Fundamente und Glauben) und in anderen als sie. Er wandte keine Anbetungen an, zu welchen es keine Überlieferungen gab. Er befahl die Bestätigung der Texte und sie so zu lassen, wie sie sind – in Bezug auf das, was im Buch und der Sunnah zu As-Sifat (Allahs Eigenschaften) besteht: sie nicht zu ändern, sie nicht zu erklären, nicht die Bedeutung zu verändern, sie nicht zu interpretieren (mit Ta’wil) und sie nicht zu verleugnen.“

Sein Tod

Er starb – rahimahullah – am Samstag, dem Tag des ´Id-ul-Fitr, im Jahre 620 H, im Alter von 79 Jahren in seinem Zuhause in Damaskus. Sein Begräbnis, welches eine riesige Anwesenheit von Menschen nach sich zog, wurde am nächsten Tag abgehalten und er wurde auf dem Hügel von Qasiyun beerdigt.

Seine Ehefrau, Sklavinnen und Kinder

Er heiratete seine Cousine väterlicherseits, Maryam Bint Abi Bakr Ibn Abdillah Ibn Sa’d al-Maqdisi. Sie hatten eine Reihe von Kindern: (al-Majd) Isa, Muhammad, Yahya, Safiyyah und Fatima.
Dann nahm er sich ein Sklavenmädchen und dann noch eines. Dann heiratete er Izziyyah – welche vor ihm starb.

Alle seine Söhne starben zu seiner Lebenszeit und keiner von ihnen hatte Nachkommen, mit Ausnahme von Isa, welcher zwei rechtschaffene Söhne bekam, die jedoch beide ohne Nachkommen starben. Der Schaikh hatte also keine verbleibende Nachkommenschaft.

Seine Werke

Dr. Ali Ibn Sa’id al-Ghamidi listet seine Werke auf und sie sind 38 an Zahl. Unter seinen gedruckten Werken sind folgende:
‘al-Mughni’ in Fiqh, (9 Bänder);
‘Rawdatun-Nazir’ in ‘Usulul-Fiqh’ (2 Bänder);
‘Kitabut-Tawwabin’ (1 Band);
‘Dhammut-Ta´wil’ (Broschüre);
‘Ithbat Sifatil-`Uluww’ (1 Band mit Korrektur von Shaikh Badrul-Badr-hafidhahullah). ‘Lum`atul-I`tiqad’ (Gedruckt zusammen mit der Erklärung von Shaikh Ibn `Uthaymin-rahimahullah, übersetzt und gedruckt mit dem Titel: ‘Hinlänglichkeit im Glauben.’).
Quellen:
(1) ‘Ikhtiyarat Ibn Qudamah al-Fiqhiyyah’ of Dr. `Ali Ibn Sa`id al-Ghamidi; (2) The biography of the author included in Shaikh al-Fawzan’s explanation of ‘Lum`atul-I`tiqad’; (3) The biography complid by Shaikh Badrul-Badr in his checking of ‘Ithbat Sifatil-`Uluww’.
References: (1) ‘Siyar A`lamin-Nubala.’ (22/165-173) of Dhahabi; (2) ‘al-Bidayah wan-Nihayah’ (13/99-101) of Ibn Kathir; (3) ‘Shadharatudh-Dhahab’ (5/88-92) of Ibnul-`Imad; (4) ‘Dhayl Tabaqatil-Hanabilah’ (2/133-149) of Ibn Rajab; (5) ‘al-Mughni’ verifirs introduction (1/6-37).

Shaykh Ibn Taymiyyah

Shaykh al Islam ibn Taymiyyah

Taqi ad-Din Àbû al-’Abbās Àhmad Ibn ‘Abd-Al-Halīm Ibn ‘Abd‐-As-Salām Ibn Taymiyya al-Harrānī al-Hanbalī wurde am Montag den zehnten des Rabi’ al-Awwal 661 n.H in Harrān geboren. Sein Vater floh im Jahre 667 n.H. mit der Familie aus Angst vor den Tartaren, welche in das Land des Ìslām eingefallen und sehr dicht bei Harrān waren, nach Damaskus. In Damaskus, dem damaligen Zentrum der Ìslām‐Lehre, folgte Àhmad Ibn Taymiyya dem Weg seines Vaters, welcher selbst Gelehrter des Ìslām war, indem er bei den Großgelehrten seiner Zeit lernte. Unter ihnen war eine gelehrte Frau mit dem Namen Zaynab bint Makkī, welche ihm Hadīth‐Wissenschaft lehrte.

Er schloss sein Studium als junger Mann im Alter von neunzehn Jahren ab und wurde zum ‘Ālim. Gut bewandert in der Lehre von Qu´rān, Hadīth, Fiqh, arabischer Grammatik und akademischer Ìslām‐Lehre war er in der Lage, Fatâwa über juristische Angelegenheiten herauszugeben, ohne dabei den traditionellen Rechtsschulen wie der Hanafī, Mālikī, Shāfi’ī oder Hanbalī zu folgen. Er verteidigte seine vernünftige (und auch vorgeschriebene) Weise, obwohl das Nehmen aus Qu´rān und Sunna den Menschen bis dahin unbekannt geworden war. Die Freiheit seiner Meinungsverschiedenheiten erbrachte ihm viele Feinde unter den Gelehrten der bis dahin traditionell orthodoxen Rechtsschulen, welche ihm fälschlicherweise aller Art der Häresie vorwarfen. Unter ihnen war ein bekannter mittelalterlicher Reisender mit dem Namen Ibn Bathūtha, welcher nach Damaskus kam, während Ibn Taymiyya im Gefängnis war. Dies hinderte Ibn Bathūtha nicht daran, zu bezeugen, dass er Ibn Taymiyya auf der Kanzel gesehen habe, als dieser gesagt hätte „Allāh steigt jede Nacht zum untersten Himmel wie mein herabsteigen“, während er eine Treppe der Kanzel herabgestiegen sein soll. Durch Lesen dieser ‘Aqīda‐Niederschrift lernen wir, dass Ibn Taymiyya die Eigenschaften Allāhs akzeptierte ohne sie zu hinterfragen (bi‐la kaifa).

Er bekämpfte ketzerische Neuerungen (bid’a) in der Religion, welche während seiner Zeit in der ganzen ìslāmischen Welt weit verbreitet waren, vor allem bestimmte Handlungen und Überzeugungen mancher Sūfī‐Orden, wie Heiligenverehrung und das Besuchen und verehren von Heiligengräbern, die sich somit selbst in das Feuer warfen. Seine Angriffe auf die Sūfīs brachten ihm eine Menge Schwierigkeiten mit den Autoritäten ein, deren Persönlichkeiten unter dem Einfluss bestimmter Sūfī‐Führer waren.

Ibn Taymiyya’s Angriff war nicht auf die Sūfīs und auf jene Menschen, die den ketzerischen Neuerungen (bid’a) folgten, beschränkt, sondern er kämpfte auch gegen die Tartaren an, welche die ìslāmische Welt bekämpft und beinahe Damaskus erreicht haben. Die Leute von Syrien sandten ihn nach Ägypten um den mamlūkischen Sultān, welcher Sultān von Ägypten und Syrien war, dazu zu drängen, das Heer nach Syrien anzuführen, um es vor den einfallenden Tartaren zu schützen. Als er erkannte, dass der Sultān zögerte dies auszuführen, drohte er ihm: „Wenn du Syrien deinen Rücken kehrst, dann werden wir dort einen Sultān ernennen, der es verteidigen kann und es in Zeiten des Friedens regieren kann!“. Er war auch bei der Schlacht von Shaqhab gegen die Tartaren nahe Damaskus. Die Schlacht fand während des Fastenmonats Ramađān statt und er stellte der Armee eine Fatwa aus, dass sie ihr Fasten brechen sollen, damit sie ihnen gegen den Feind helfen mögen, so wie auch der Prophet Muhammad (š‐ Allāh‐’aws) in der Schlacht der Befreiung Makka’s gehandelt hat. Die Muslime gewannen die Schlacht gegen die Tartaren und verdrängten sie aus Damaskus und aus ganz Syrien. Ibn Taymiyya’s Heldenhaftigkeit zeigte sich auch darin, als er mit einer Delegation von ‘Ulamā` zu Gesprächen mit Qazan, dem Khan der Tartaren aufbrach um ihn davon abzuhalten über die Muslime herzufallen. Nicht einer der ‘Ulamā` traute sich etwas zu sagen, außer Ibn Taymiyya, der sagte: „Du behauptest, dass du Muslim bist und du hast bei dir Mu`adhins, Richter, Imāme und Shujūkh und trotz dessen hast du uns überfallen und nahmst unser Land ein, warum? Während dein Vater und dein Großvater, Hulago Ungläubige waren, haben sie das Land des Ìslām nicht angegriffen, vielmehr versprachen sie, nicht anzugreifen und sie hielten ihr Versprechen. Aber du versprachst und brachst dein Versprechen.“

All dieser Jihād gegen die Feinde des Ìslām half Ibn Taymiyya und den ‘Ulamā`. Die Staatsdiener warfen ihn immer wieder ins Gefängnis, bis er dort starb. Dies aufgrund seiner Tapferkeit und seinen freien und andauernden Aussagen über die gesetzlichen und sozialen Angelegenheiten, was seine Feinde, die Nachfolger der orthodox‐juristischen Rechtsschule erzürnte. Als Ibn Taymiyya jedoch die Wahl hatte, seine Gegner unter den ‘Ulamā` zu strafen. Jene, die ihm aller Art Schwierigkeiten zufügten und ihn oft ins Gefängnis bringen ließen, so entgegnete er ihnen höchst nachsichtig und vergab ihnen, als der Sultān an‐ Nasir Qalawun ihm die Gelegenheit gab. Er sagte: „Wenn du sie tötest, dann wirst du niemals solche ‘Ulamā` wie sie finden.“ Der Sultān sagte: „Sie haben dir oft geschadet und sie wollten dich töten!“ Ibn Taymiyya sagte: „Wer immer mir geschadet hat, dem wird vergeben und wer der Sache Allāhs und seinem Gesandten geschadet hat, den wird Allāh bestrafen.“

Die muslimischen Historiker, wie adh‐Dhahabī, Ibn Kathīr, Ibn al‐ ‘Imad al‐Hanbalī und viele andere lobten Ibn Taymiyya und sahen ihn als einen der größten Ìslām‐Gelehrten aller Zeiten an. Ibn Taymiyya starb in der Nacht von Yawm al‐Ìthnayn, dem zwanzigsten des Dhu al‐Qa’da 728 n.H. im Gefängnis von Damaskus.

Die Leute von Damaskus, die ihn in großen Ehren hielten, bereiteten ihm ein großartiges Begräbnis und ungefähr 200 000 Männer und 15 000 Frauen nahmen an seinem Toten‐Geleit teil. Er wurde auf dem Sūfī Friedhof in Damaskus begraben, wo auch seine Mutter begraben lag. Trotz aller Turbulenzen in seinem Leben, wie oben beschrieben, war Ibn Taymiyya in der Lage, viele Bücher und Schriften über alle Bereiche des ìslāmischen Wissens zu schreiben. Sein Schüler Ibn al-Qayyim al-Jawziyya stellte ein Verzeichnis der Schriften Ibn Taymiyya’s zusammen, in welchem 350 Werke aufgelistet sind.

 

Einige seine Werke


  • Majmu al-Fatwa al-Kubra – (Eine gewaltige Fatwasammlung)
  • Minhaj as-Sunnah an-Nabawiyyah—(The Pathway of as-Sunnah an-Nabawiyyah)—Bänder 1–4
  • Majmu‘ al-Fatawa—(Fatwasammlung) Bänder 1–36
  • al-Aqeedah Al-Hamawiyyah—(Der Weg der Leute von Hamawiyyah)
  • Al-Aqidah Al-Waasitiyyah—(Der Weg der Leute von Waasittiyah)
  • al-Asma wa’s-Sifaat—(Allah’s Namen und Attribute) Bänder 1–2
  • ‚al-Iman—(Der Glaube)
  • al-Jawab as Sahih li man Baddala Din al-Masih (Sinngemäß: „Die korrekte Antwort auf diejenigen, die den Deen (Religion) des Masihs korrumpiert haben“)— 7 Bänder mit tausenden Seiten
  • as-Sarim al-Maslul ‘ala Shatim ar-Rasul—Das gezogene Schwert gegen diejenigen, die den Propheten beleidigen. Geschrieben bezüglich eines Vorfalles, indem Christen den Propheten beschimpften – Dies ist ein sehr bakanntes Buch, dass er in seiner Gefangenschaft im Gefängnis schrieb und etliche Referenzen beinhaltet.
  • Fatawa al-Kubra
  • Fatawa al-Misriyyah
  • Ar-Radd ‚ala al-Mantiqiyyin (Widerlegung der griechischen Denker)
  • Naqd at-Ta’sis
  • Al-Uboodiyyah—(Abhängigkeit/ Unterwerfun zu Allah)
  • Iqtida‘ as-Sirat al-Mustaqim’—(Folgen des geraden Weges)
  • Al-Siyasa al-shar’iyya
  • At-Tawassul wal-Waseela
  • Sharh Futuh al-Ghayb—(Kommentar über das Verborgene von Abdul-Qadir Gilani)
  • Die Freunde Allahs und die Freunde des Schaitan
  • Kitab al Iman: Das Buch des Glaubens
  • Krankheiten des Herzens und seine Heilung
  • Die Befreiung von Drangsal/ Elend
  • Das prägnante Vermächtnis
  • Das Göttliche Wort
  • Der medinensische Weg
  • Minhaaj us-Sunnah an-Nabawiyyah
  • Daar Ta’aarud al-‚Aql wa an-Naql
  • al-lstiqaamah
  • Iqtidaa‘ as-Siraat al-Mustaqeem Li Mukhaalafah As-haab al-Jaheem
  • Naqd Maraatib al-ljmaa‘
  • as-Saarim al-Maslool ‚alaa Shaatim ar-Rasool
  • al-Jawaab as-Saheeh li man baddala Deen al-Maseeh
  • ar-Raad ‚alaa al-Mantiqiyyeen
  • ar-Raad ‚alaa al-‚Akhnan’ee
  • Naqd at-Ta’seesan-Nuboowaat

 

Seine Lehrer


Der Sheikh hat sein Wissen aus einer Vielzahl von Großgelehrten erworben, die in dem überlieferten Buch von seinem Schüler adh-Dhahabi aufgelistet sind. Diese spezielle Chronik des Sheikes zählt vierzig männgliche Gelehrte und vier weibliche Gelehrte. Zu ihnen gehören:

  • Abu al-‚Abbaas Ahmad Ibn ‚Abdud-Daa’im al-Maqdasi
  • Abu Nasr ‚Abdul-‚Aziz Ibn ‚Abdul-Mun’im
  • Abu Muhammad Ismaa’il Ibn Ibrahim at-Tanukhi
  • Al-Manjaa Ibn ‚Uthman at-Tanookhi ad-Dimashqi
  • Abu al-‚Abbas al-Mu’ammil Ibn Muhammad al-Baalisi
  • Abu ‚Abdullaah Muhammad Ibn Abi Bakr Ibn Sulayman al-‚Aamiri
  • Abu al-Faraj ‚Abdur-Rahmaan Ibn Sulaymaan al-Baghdadi
  • Sharaf ad-Deen al-Maqdasee, Ahmad Ibn Ahmad ash-Shaafi’i
  • Muhammad Ibn ‚Abdul-Qawi al-Maqdasi
  • Taqi ad-Din al-Waasiti, Ibrahim Ibn ‚Ali as-Salihi al-Hanbali
  • Sein Stiefonkel, Sitt ad-Daar bint ‚Abdus-Salam Ibn Taymiyyah

 

Seine Schüler


Der Sheikh hatte eine große Zahl an Schülern, von denen viele von ihm sehr beeinflusst wurden und viel Wissen erworben haben. Zu seinen größten Schülern gehören:

  • Ibn Qayyim al-Jawziyyah, Muhammad Ibn Abi Bakr
  • adh-Dhahabi, Muhammad Ibn Ahmad
  • al-Mizzi, Yusuf Ibn ‚Abdur-Rahman
  • Ibn Katheer, Ismaa’il Ibn ‚Umar
  • Ibn ‚Abdil-Hadi, Muhammad Ibn Ahmad
  • al-Bazzaar, ‚Umar Ibn ‚Ali
  • Ibn Qaadi al-Jabal, Ahmad Ibn Hasan
  • Ibn Fadlillaah al-‚Amri, Ahmad Ibn Yahya
  • Muhammad Ibn al-Manjaa Ibn ‚Uthman at-Tanookhi
  • Yusuf Ibn ‚Abdul-Mahmud Ibn ‚Abdis-Salam al-Batti

Shaykh Abdul Aziz Bin Baz

Fatawa:

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Shaykh Sulayman al Alwan

 

Fatawa:

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Shaykh Muhammad al Uthaymin

Fatawa:

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Shaykh Nasir al Fahd

 

Fatawa:

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Shaykh Ali Al-Khudayr

 

Fatawa:

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Was ist das Urteil über das Aufrufen (Da’wah) zum Tauhīd?

Urteil über das Aufrufen (Da’wah) zum Tauhīd

 

‏س/ ما حكم الدعوة إلى التوحيد ؟

الجواب :
واجبة على كل مسلم

Frage: Was ist das Urteil über das Aufrufen (Da’wah) zum Tauhīd?

Antwort: Es ist verpflichtend für jeden Muslim.

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Ist die Angst um die Nicht-Akzeptanz vom schlechten Denken?

Ist die Angst um die Nicht-Akzeptanz vom schlechten Denken?

مسألة : وردت آثار عن الصحابة والتابعين تدل على خوفهم من عدم قبول طاعتهم فهل هذا من سوء الظن ؟

ج: لا؛ بل هذا من باب اتهام النفس و التقصير و الخوف من ألا تكون مخلصة؛ مع أنهم يظنون و يعتقدون أن المخلص يجازيه الله و لا يضيع عمله، و هذا حسن ظن بالله

(المعتصر)

Frage: Es wird überliefert von Sahābah und Tābi’īn, was drauf hinweist, dass sie Angst hatten davor, dass ihre Taten nicht akzeptiert werden, ist dies vom schlechten Denken (Sū adh-Dhann billāh) ?“

Antwort: Nein, vielmehr fällt dies unter das Beschuldigen von sich selber, und der Unvollständigkeit (d.h. man denkt, dass man die Tat nicht richtig tat), und der Furcht, dass man nicht aufrichtig war, und zeitgleich dachten sie und glaubten sie, dass Allāh den Aufrichtigen belohnt und seine Taten nicht verloren lassen geht, und dies ist das gute Denken von Allāh (Husn adh-Dhann billāh).“

📗 (Al-Mu’tasar)

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Shaykh Ali al Khudayr – Wissen

 

Shaykh Alī al-Khudayr فك الله اسره sagte:

أساس العلم وطلبه هو الملازمة , أن تلازم العالم كما كان الصحابة رضي الله عنهم مع محمد صلى الله عليه وسلم .

„Die Grundlage des Wissens und dem Streben danach ist die Beständigkeit, das man immer mit dem Gelehrten ist, so wie die Sahābah رضي الله عنهم mit dem Propheten صلى الله عليه وسلم es waren.“

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